#Heizleistung messen am Beispiel eines MFH mit rund 20 Wohnungen. Ein Ersatz für die #Gasheizung sollte her, daher habe ich mal für die Bestandsaufnahme die Heizleistung gemessen um die maximal notwendige Leistung für die Ersatzheizung abzuschätzen.
Die Messung erfolgte, indem während einiger Tage (von einer Woche bis zu drei Wochen zu verschiedenen Jahreszeiten) täglich der Gaszähler abgelesen wurde. Die Aussentemperatur ist hier von einer Meteoschweiz Messstation in der Nähe und wird anhand des Messzeitpunkts am Abend (zwischen 21 und 23 Uhr) linear interpoliert.
An diesem Beispiel ist gut zu sehen, wieso empfohlen wird, die Messungen bei bewölktem Wetter durchzuführen: Die Sonneneinstrahlung hat einen gut sichtbaren Einfluss auf die Heizleistung, insbesondere wenn diese auf die minimale Auslegungstemperatur interpoliert wird. Die Messung ist dann so verzerrt, dass die Heizung potentiell überdimensioniert ist. Je nach Heizung kann kann das höhere Investitionskosten oder weniger effizienter Betrieb und damit höhere Betriebskosten bedeuten.
Wir sehen hier aber noch weitere Streuungen. Da spielt sich auch das Nutzungsverhalten mit Lüften und Heizen eine Rolle. Zudem vermute ich: Wenn ich die Zeitpunkte der Messungen mit den Vortagen vergleiche, scheint die Wärmekapazität des Gebäudes noch mitzuspielen, das heisst in Zeiten starker Temperaturwechsel muss dem Gebäude mehr Wärme zugeführt werden, wenn es zuvor kalt war und weniger falls es vorher warm war. Das Gebäude weist eine Phasenverschiebung von rund einem halben Tag auf, wo sich die Aussentemperatur auf die Innenseite auswirkt. Das ist im Moment nicht berücksichtigt.
Als strahlungsarm habe ich Messungen mit weniger als 10% Sonnenschein und unter 100 W/m² Globalstrahlung pro Tag festgelegt. Als strahlungsreich gilt mehr als 25% Sonnenschein und mehr als 180 W/m² Globalstrahlung. Das ist etwas willkürlich gewählt, so dass noch eine ausreichende Menge an Messwerten bleibt. Die Stichprobengrössen könnte sicher noch schlauer berechnet werden.
